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Laut den Bundesämtern für Umwelt und für Meteorologie und Klimatologie unternimmt die Schweiz zu wenig, um ihre Klimaziele zu erreichen. Die Importe sorgen zusätzlich für einen hohen CO2-Ausstoss.

Die Schweiz ist stärker vom Klimawandel betroffen als andere Länder. Sie stösst aber auch deutlich mehr klimaschädliche Treibhausgase pro Kopf aus als andere Länder. Zwar hat sie Massnahmen gegen den Klimawandel ergriffen, doch die reichen nicht aus. Das ist das Fazit des Berichts «Klimawandel in der Schweiz», Link öffnet in einem neuen Fenster, den die Bundesämter für Umwelt und für Meteorologie und Klimatologie gemeinsam herausgegeben haben. Es gibt Studien, die zeigen, dass der Klimawandel, wenn er ungebremst so weitergeht wie bisher, die Schweiz bis ins Jahr 2100 etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandprodukts kosten könnte. «Das sind massive Kosten. Und das macht dann auch den Schluss plausibel, dass Nichtstun auf jeden Fall deutlich teurer wird als zu handeln.»

 

Bodenbeanspruchung

Die Verkehrsinfrastruktur beansprucht gemäss Bundesamt für Statistik gut 2% der schweizerischen Landes- und fast einen Drittel der Siedlungsfläche. Mit 126 Quadratmetern pro Einwohnerin und Einwohner benötigt der Verkehr beinahe so viel Platz wie das Wohnen. Der Grossteil der Verkehrsflächen, nämlich 88%, entfallen auf Strassen und Autobahnen. Dies geht aus den zwischen 2004 und 2009 erhobenen Daten der Arealstatistik hervor.

Energieverbrauch

2019 gingen rund 38% der in der Schweiz verbrauchten Endenergie auf das Konto des Verkehrs. Dieser stellte somit die grösste Energie-Verbrauchergruppe dar, noch vor den Haushalten und der Industrie. Seinen Energiebedarf deckte der Verkehr zu 94% mit Erdölprodukten (Benzin, Diesel, Flugtreibstoffe).

Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus und beeinflussen auf diese Weise das Klima. 2018 beliefen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen (ohne den internationalen Flugverkehr). Dies entsprach 40% der CO2-Emissionen der Schweiz. Zwischen 1990 und 2018 nahmen die verkehrsbedingten CO2-Emissionen um 3% zu.

Luftschadstoff-Emissionen

Ein Drittel der Treibhausgasemissionen werden vom Verkehr verursacht. Knapp ein Viertel entsteht bei der Beheizung von Gebäuden, über ein Fünftel stammt aus dem Industriesektor. Treibhausgase verursachen auch die Verbrennung und Ablagerung von Abfall (7,4%) sowie die Landwirtschaft (13,6%).

Bildquelle: www.bafu.admin.ch

Warum will der Bundesrat auch im Ausland Emissionsverminderungen erzielen?

Die Schweiz importiert viele Güter und Dienstleistungen und verursacht damit indirekt beträchtliche Emissionen im Ausland. Diese so genannten grauen Emissionen betragen jährlich 6,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf. Im Vergleich dazu: Die direkten Emissionen innerhalb der Schweiz beliefen sich im Jahr 2014 auf 5,9 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf. Aus diesem Grund macht es aus Sicht des Bundesrates Sinn, dass zusätzlich zu den Anstrengungen im Inland auch im Ausland mitzuhelfen, die Emissionen zu verringern. Dabei müssen aus Sicht des Bundesrates zwingend hohe Qualitätsstandards gelten.

Neben dem Treibhausgas CO2 emittiert der Verkehr diverse Luftschadstoffe. Dank technischer Fortschritte wie dem Katalysator und dem Partikelfilter hat deren Ausstoss jedoch deutlich gesenkt werden können. Dies zeigen auch die Luftbelastungsmessungen. Gleichwohl werden die Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10 und PM2.5) teilweise noch überschritten, insbesondere entlang stark befahrener Strassen.

Verkehrsbedingte Emissionen¹ von CO2 und ausgewählten Luftschadstoffen, 2018:
Emissionen1 in 1000 TonnenDifferenz zu 1990, in %Anteil Verkehr an Gesamtemissionen1, in %
Kohlenstoffdioxid (CO2), fossil14 771+340
Feinstaub (PM10) (Auspuff und Abrieb)5–2630
Stickoxide (NOx)47–4665
Flüchtige organische Verbindungen (NMVOC)10–8912
Ammoniak (NH3)1–212
Schwefeldioxid (SO2)1–8313

1) CO2: Emissionen gemäss UNFCCC-Rapportierung. Luftschadstoffe: Emissionen auf Schweizer TerritoriumQuelle: BAFU – Luftschadstoff- und Treibhausgasinventar der Schweiz (EMIS)

Aufteilung der Treibhausemissionen der Schweiz nach Sektoren:

Aufteilung der totalen Treibhausgasemissionen der Schweiz auf die Sektoren gemäss CO2-Verordnung in den Jahren 1990 und 2019. Der Sektor Gebäude setzt sich aus den Haushalten und den Dienstleistungen zusammen. Beim Sektor Industrie zeigt der mit Punkten ausgefüllte Teil die Emissionen aus der Verbrennung von Abfällen in Kehricht- und Sondermüllverbrennungsanlagen sowie als alternativer Brennstoff in industriellen Feuerungen. Beim Sektor Verkehr sind die Emissionen aus dem internationalen Flug- und Schiffsverkehr nicht enthalten.

 

Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen

Zur Reduktion der CO2-Emissionen wird in der Schweiz eine CO2-Abgabe auf Brennstoffen erhoben. Der Abgabesatz wird automatisch erhöht, falls die CO2-Emissionen aus Brennstoffen gesetzlich vorgeschriebene Schwellenwerte überschreiten. Auf Treibstoffen wird dagegen keine CO2-Abgabe erhoben, jedoch müssen die Treibstoffimporteure die verursachten CO2-Emissionen teilweise kompensieren. Die CO2-Statistik dokumentiert die CO2-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen und wird jährlich aktualisiert.

Entwicklung der CO2-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen (Zeitreihe 1990-2019). Die CO2-Emissionen aus Brennstoffen (rot) sind witterungsbereinigt. Die roten Kreuze zeigen die Schwellenwerte, bei deren Überschreitung der Abgabesatz der CO2-Abgabe auf Brennstoffe automatisch erhöht wird. Auf den Treibstoffen wird keine CO2-Abgabe erhoben, jedoch müssen die Treibstoffimporteure die verursachten CO2-Emissionen (blau) teilweise kompensieren.

 

Lärmemissionen

Während des Tages sind gut 13% der Personen an ihrem Wohnort Strassenlärm ausgesetzt, der über dem gesetzlichen Grenzwert liegt (12% während der Nacht). Von übermässigem Eisenbahn- oder Fluglärm sind viel weniger Menschen betroffen. Im Gegensatz zum Strassenlärm liegt bei diesen Verkehrsarten der Anteil lärmbelasteter Personen in der Nacht höher als am Tag.
Anteil der durch Verkehrslärm belasteten Personen¹, 2015
am Tag, in %in der Nacht, in %
Strassenlärm13,512,0
Eisenbahnlärm0,21,0
Fluglärm0,30,9

1) An ihrem Wohnort belastete Personen; schädlicher oder lästiger Lärm gemäss Lärmschutz-Verordnung (LSV)Quelle: BAFU – GIS-Lärmdatenbank SonBase

Klimabezogene Indikatoren

Rund um die Diskussionen über den Klimawandel ist ein zunehmender Bedarf nach verlässlichen statistischen Informationen zu diesem Thema festzustellen. 2015 hat die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) die Statistikämter der verschiedenen Länder dazu aufgerufen, sich dieser Thematik verstärkt anzunehmen, begleitet von konkreten Empfehlungen. Mit den hier gezeigten klimabezogenen Indikatoren möchte das BFS diesem Anliegen ein Stück weit Rechnung tragen.

Die klimabezogenen Indikatoren sollen einen einfachen und raschen Überblick über die Thematik ermöglichen. Detailliertere Datentabellen und weiterführende Links ergänzen das Angebot, welches in drei Bereiche gegliedert ist: