Der Senegal überflügelt die Schweiz in Sachen Windenergie mit nur einem Projekt

Im Juni geht mit dem Park Taïba Ndiaye im Senegal der erste Windpark Westafrikas ans Stromnetz. Dieser umfasst mehrere Dutzend Windenergieanlagen und erbringt eine Gesamtleistung von 158 Megawatt (MW). Damit können im Senegal rund zwei Millionen Menschen mit sauberem Strom versorgt werden. 

Der Windpark besteht aus 46 Windenergieanlagen von Vestas und kostet in seiner Gesamtheit 342 Millionen Euro. Die Kennzahlen der einzelnen Anlagen sind beeindruckend: Diese sind 117m hoch, haben Flügel, die 62m lang sind und produzieren jeweils eine Leistung von je 3.45 MW.

Der Park steht auf einer Fläche von sieben Hektar, wurde innerhalb von 18 Monaten gebaut und konnte sogar drei Monate früher fertig gestellt werden, als geplant. Damit dies möglich war, wurden die Windenergieanlagen und ein Kran mit 10 Schiffen nach Senegal gebracht. Der Park geht im Juni ans Stromnetz. 

Der Windpark profitiert vom Windaufkommen, dass vom Atlantik herrührt 

Quelle: Constructionreviewonline

Windpark als Treiber von ökologischem, ökonomischem und infrastrukturellen Fortschritt 

Der Windpark leistet in mehrfacher Hinsicht einen Beitrag zur Weiterentwicklung Senegals. Zum einen trägt der Park mit seiner Gesamtleistung 15% zur gesamten installierten Stromproduktionskapazität Senegals bei, die bisher vor allem auf Kohle- und Erdölkraftwerken basiert. Dadurch wird natürlich ein wichtiger Beitrag zu einem ökologischeren Strommix geleistet.

Zum anderen wird der Strom aus der Windenergie zu einem Tarif von 9 Rappen pro Kilowattstunde eingespeist, wodurch dieser halb so günstig ist, wie der Strom aus Anlagen auf fossiler Basis. Von diesen tiefen Preisen profitiert natürlich die gesamte Bevölkerung.

Zu guter Letzt mussten für den Bau des Parkes 34km Strasse angelegt werden. Dadurch können nuch auch die lokalen Landwirte einfacher zu ihrem Land gelangen.

Quelle: Suisse Eole 

Die Schweiz ist ein Entwicklungsland im direkten Vergleich zu Senegal 

Während Senegal mit der Windenergie in beeindruckendem Tempo vorwärts macht, dümpelt die Schweiz im Vergleich dazu vor sich hin. Denn die Schweiz weist insgesamt 37 Anlagen aus, die über eine Zeitspanne von 30 Jahren gebaut wurden. Die Produktion wird zwar laufend erweitert und mit dem Windpark “San Gottardo” geht ein Park im Sommer ans Netz, der zusätzliche 11.75 MW zu den bisherigen 75 MW beiträgt, aber auch dann beträgt der Anteil der Windenergie nur rund 0.3% des gesamten Schweizerischen Strombedarfs.

Quelle Beitrag: Suisse Eole