Neue Herausforderungen für Helfer bei Unfällen


Neuere Fahrzeuge stellen vermehrt Herausforderungen für die Rettungskräfte. Für die Karosserie werden immer mehr hochfeste Stähle eingesetzt, die den Fahrgastraum besser schützen und dabei das Gewicht des Fahrzeuges reduzieren. Dies stellt aber gleichzeitig die Rettungskräfte vermehrt vor Probleme. Muss die eingeklemmte Person von der Feuerwehr befreit werden, stossen die Rettungsgeräte wie Rettungsscheren oftmals an ihre Leistungsgrenzen.

Die zunehmende Anzahl von alternativen Antriebssystemen wie Hybrid-, Erdgas-, Flüssiggas-, Elektro- und in Zukunft auch Wasserstofffahrzeuge bergen ein zusätzliches Gefahrenpotenzial für die Feuerwehr. Das Auffinden und Abklemmen von Batterien ist zum Beispiel genau so ein Problem bei modernen Autos, wie das Durchtrennen der Kassoerie wegen den Hochspannungsleitungen bei Elektrofahrzeugen.

Optisch unterscheidet sich ein E- oder Hybridauto nur wenig von einem Auto mit Benzin- oder Dieselmotor. Wichtigstes Hilfsmittel ist daher die AUTO-Regel (Auslaufende Flüssigkeit vorhanden?, Unterbodencheck, Tankdeckel öffnen, Oberfläche anschauen). Sie wurde speziell zum Erkennen von Stromfahrzeugen entwickelt und gibt am Unfallort erste Hinweise.

 

Warum ist die Rettungskarte so wichtig?

Ein Blick auf die Crashtests zeigts: Autos werden immer sicherer. Dies erhöht die Überlebenschancen bei einem Unfall, führt aber vermehrt zu Problemen beim Bergen der. Da kann die Rettungskarte helfen. Wichtiges Hilfsmittel für die Rettungskräfte ist daher die Rettungskarte. Sie ist entweder im Fahrzeug vorhanden oder wird von den Rettungskräften vor Ort in einer speziellen Datenbank abgerufen. Sie erklärt kurz und präzise den Aufbau des Fahrzeugs: Wo laufen die Stromkabel entlang, wo sitzt die Batterie und wo sind Hochvoltkomponenten verbaut. Strom ist eine Gefahrenquelle. Der Batterieblock in E- und Hybridautos eine weitere. Vor allem, wenn die Batterie bei einem Unfall beschädigt wird. Wird diese von einem Metallstück bis hin zur Batteriezelle durchdrungen, entstehen innerhalb kürzester Zeit Temperaturen bis zu 1200 Grad Celsius. Ein Fahrzeugbrand ist unausweichlich.

 

Wie komme ich zur Rettungskarte?

Seit der Lancierung der Rettungskarte in der Schweiz durch den TCS und den Schweizerischen Feuerwehrverband (SFV) hat sich das Angebot stetig weiterentwickelt. Heute stehen für die meisten Fahrzeug-Modelle auch die entsprechenden Rettungskarten zur Verfügung. Sie können über die Webseiten der Hersteller oder Importeure abgerufen werden. Für Inhalt und Darstellung sind die Hersteller selbst verantwortlich. Dies gilt auch für die – teilweise sehr hohen – Dateigrössen (beim Öffnen/Ausdrucken berücksichtigen). Da die Rettungskarte in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband der Automobilindustrie entworfen wurde, sind zurzeit fast alle Karten nur in deutscher Ausführung erhältlich. Der TCS hat die Legende auf französisch und italienisch übersetzt, damit die Rettungskarte in der ganzen Schweiz angewendet werden kann.

Wichtige Tipps zur Rettungskarte

 Die Rettungskarte kann Aktualisierungen unterliegen, sofern dem Hersteller nach Stand der Technik neue Erkenntnisse vorliegen.

1. Prüfen Sie anhand der Typbezeichnung und dem Foto, ob die ausgedruckte Rettungskarte Ihrem Fahrzeug entspricht. Es wird auf der Rettungskarte immer die maximal mögliche (Airbag-) Ausstattung einer Modellreihe aufgeführt. Es hat somit keine Bedeutung, wenn Ihr Fahrzeug weniger Airbagsysteme aufweist, als auf der Karte aufgeführt sind! Wichtig ist das farbige Ausdrucken
der Rettungskarte: So kann gewährleistet werden, dass die Retter Problembereiche klar erkennen können.

2. Falten Sie die Rettungskarte und befestigen Sie diese auf der Rückseite der Fahrer-Sonnenblende. In den meisten Unfallsituationen
ist hier ein schneller Zugriff für die Retter gegeben.

3. Bringen Sie den Hinweis-Aufkleber «Rettungskarte im Fahrzeug» auf der Innenseite der hinteren Seitenscheibe auf der Fahrerseite an.
Bitte beachten Sie, dass für den Inhalt und Darstellung der Rettungskarte der jeweilige Automobilhersteller oder –importeur verantwortlich
ist. Die Rettungskarte kann Aktualisierungen unterliegen, sofern dem Hersteller nach Stand der Technik neue Erkenntnisse vorliegen.

So sind die fahrzeugspezifischen Informationen für die Retter schnell zugänglich. Dank den Angaben auf der Karte kann die Rettungszeit oft wesentlich verkürzt und der Verunfallte schneller medizinisch versorgt werden.

Siehe dazu auch einen Beitrag vom bulletin.ch