29. Generalversammlung bei den Verkehrsbetrieben Schaffhausen

Am 26. März 2022 hat die 29. Generalversammlung in Schaffhausen stattgefunden, genauer in den Verkehrsbetrieben Schaffhausen VBSH. Vor der eigentlichen Versammlung gab es noch ein eindrucksvolles Programm: die Besichtigung der ersten Elektro-Gelenkbusse der VBSH, mitsamt der notwendigen Infrastruktur. Ermöglich hat uns diesen interessanten Besuch Christoph Wahrenberger Meissner, ihm und seinen Mitarbeitern danken wir für den tollen Vormittag.

Über 40 Teilnehmende wurden von Timo Wanner und Nathan Hueber kompetent über das interessante Projekt informiert: die Trolly-Busse der spanischen Firma Irizar einerseits, die mit relativ kleinen Batterien von nur 150 kWh genau an die Schaffhausener Strecken und Topograhie angepasst sind, die Ladetechnik andererseits: die Busse werden mit 600 kW Ladeleistung geladen, die dafür notwendige Infrastruktur ist imposant. Die spanische Firma mag vielen unbekannt sein, sie ist jedoch ein Marktführer in diesem Gebiet. Vor allem kommen hier fast alle Elemente der Fahrzeuge aus einer Hand, die Fertigungstiefe des Unternehmens ist enorm. Für die VBSH ist das ein Vorteil, weil sie nur mit einem Ansprechpartner zu tun haben, und weil die Komponenten der Fahrzeuge optimal aufeinander abgestimmt sind.

Nach ausführlichen Erfahrungsberichten zu Beschaffung, Unterhalt und Betrieb der Busse, den Besonderheiten in der Wartung, aber auch der Gewöhnung der Fahrer an die neue Technik konnten wir noch die Trafo-Station sowie die Wechselrichter der Ladepunkte anschauen.

Ein solcher Elektro-Gelenkbus fuhr uns anschliessend ins Homberger-Haus, wo wir ein opulentes Mittagessen geniessen durften. Anschliessend ging es zurück zu den Verkehrsbetrieben, wo wir dann unsere nicht ganz einfache Generalversammlung abhalten konnten.

Die Details der Versammlung sind dem Protokoll zu entnehmen, hier möchten wir nur die für uns wichtigen Schwerpunkte hervorheben:

Die Versammlung hatte zwei schwierige Vorgeschichten: Einerseits die desolate finanzielle Situation im Zuge von Corona im Jahr 2020, andererseits die Differenzen innerhalb des Vereins, die vor allem im vergangenen und laufende Jahr für sehr viel Unmut gesorgt haben.

Die Finanzprobleme konnten schon im vergangenen Jahr zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst werden: durch die Tage der Elektromobilität einerseits, die mit der Agrola als Hauptsponsor einen ansehnlichen Betrag in die Vereinskasse gespült haben (und dem Einsatz der Mitglieder vor Ort), durch Spenden unserer Mitglieder an die Vereinskasse andererseits, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlichen bedanken möchten. Gemeinsam konnten wir so um über 20’000 Fr. mehr einnehmen, für einen nicht gewinnorientierten Verein ein stolzes Ergebnis.

Die persönlichen Differenzen, die sich ebenfalls über die Corona-Zeit bis heute aufgestaut hatten, waren schwieriger zu lösen: wichtig war uns, alle “Bauchschmerzen”, alle Kritikpunkte offen auf den Tisch zu legen und besprechen zu können. Dies ist ausführlich geschehen: Vorwürfe, Fakten, Erklärungen, persönliche Betroffenheit und Verletzungen, alles wurde besprochen, vieles konnte geklärt, manches musste begraben werden in dem Sinn, dass der eine oder andere Fehler nicht wiederholt werden darf, wir unsere Kraft aber auf die Zukunft, auf neue Energien verwenden, anstatt alte Wunden aufzureissen, die sich oft nur schwer sachlich lösen lassen. Am Ende konnten die meisten Punkte geklärt werden, der Verein kann in diesem Thema wieder nach vorne schauen, zu neuen Zielen und Aufgaben.

Das Personal dafür haben wir auch zusammen: bewährte Vorstandsmitglieder wurden verabschiedet, neue begrüsst:

Marius hat nach 10 Jahre im Vorstand sein Amt niedergelegt. Er hat turbulente Zeiten erlebt, den Übergang des “alten” Vereins unter Wilfried Blum auf Basis der Pioniere hin zur Neuorientierung im Rahmen der allgemeinen Verbreitung der e-Mobilität mit neuen Mitgliedern, die ihr Fahrzeug nicht mehr selber bauen, sondern einfach nutzen. Marius war oft ein Ruhepol, wenn die Diskussionen schwierig wurden, er hat trotz enormer beruflicher und familiärer Belastung für das Fortbestehen des Vereins auch in diesen schwierigen Zeiten gesorgt. Dafür dankt der Vorstand ausdrücklich.

Das zweite Vorstandsmitglied, das uns verlässt, ist Daniel Buchs. Seiner Energie, seinen Aktivitäten vor allem im Rahmen der Tage der Elektromobilität in den vergangenen Jahren ist es zu verdanken, dass wir in der Welt der Energiewende sichtbar geblieben sind, nicht nur auf der Strasse, sondern auch bei der Roadmap 2022, an die er den ECS erfolgreich gebracht hat. Für seinen Einsatz, auch für seine Tätigkeiten in der Verwaltung bedanken wir uns herzlich.

Neu dazugekommen sind Patric Küenzi sowie Arbil Shalita. Arbil hat mit dem Amtsantritt gleich das Amt des Kassiers übernommen.

Von den Bisherigen bleiben damit Kaj Mazenauer, Felix Maag und Holger Wahl im Amt, der Vorstand ist aktuell mit 5 Personen besetzt.

Wie geht es weiter? Zuerst einmal müssen wir uns aufstellen, neu kommunizieren, mit neuen Zielen nach vorne gehen. Für die Sicht nach Aussen wird unser Internet-Auftritt überarbeitet: mehr und bessere Informationen, mehr Aktualität, vor allem mehr Leben. Wir werden beizeiten informieren und würden uns über Rückmeldungen und Input freuen.

Dann mehr “miteinander”: der Verein soll leben, nicht nur der Vorstand. Wir möchten unsere Arbeitsgruppen stärker einbinden, die e-Stammtische sollen mit mehr Eigeninitiative, aber auch mehr Spielraum den Austausch zwischen unseren Mitgliedern verbessern, aber auch neue Mitglieder anziehen.

Nicht ganz vergessen gehen dürfen die Finanzen: diverse Aktivitäten wie die Tage der e-Mobilität sollen helfen, unsere finanzielle Basis zu sichern.

Wir hoffen, Euch alle mit im Boot zu haben, wünschen Euch ein tolles Vereinsjahr, Gesundheit und vor allem einen allzeit vollen Akku,

Der Vorstand des Elektromobilclubs der Schweiz